Die Geschichte

Die Geschichte des „Luftschloss“

September 2011 – alles hat einen Anfang

Die „Umsonstladen-Initiative“ hat sich aus der „Weltbewusst-Initiative“ gegründet, einer Initiative für konsumkritische Stadtführungen.

Am 08.09. fand das erste Treffen der Umsonstladen-Initiative statt. Auszug aus dem Protokll: „Zunächst haben wir diskutiert welches Konzept wir verfolgen wollen – ein Laden oder Geschenkboxen im öffentlichen Raum. Beide Ideen wurden als gut befunden. Ideal: Ein Laden und zur Werbung Geschenkboxen aufstellen. Um zu klären welche Möglichkeiten wir haben/ was realistisch ist informieren wir uns alle bis zum nächsten Treffen an unterschiedlichen Stellen.“

Erste Aufgabe: Raumsuche (Programmkino, Anzeige im Weltladen), Frage nach finanzieller Unterstützung (EU Subvention?), Anfrage bei anderen Umsonstläden (Köln, Regensburg, Berlin, Mainz, Bremen, Leipzig, Wien) – folgende Fragen waren zu stellen: Rechtliches, Finanzen/Miete/Förderung, Anzahl der Mitarbeiter/Öffungszeiten, Werbung, Zielgruppe,wird aussortiert/abgeholt?, Lage, Vorgaben.

Es folgten wöchentliche Treffen.

Die Initiative bestand anfangs aus sieben Engagierte.

Oktober – worldwideweb

Im Oktober 2011 starteten wir mit unserem Webauftritt und richteten eine Mailadresse ein. Außerdem begannen wir Material für eine Geschenkekiste zu besorgen. Dazu fragten wir bei diversen Geschäften und Baumärkten nach und waren erfolgreich. Wir begannen mit dem Umbau eines Kleiderschranks zur Geschenkekiste.

November – Geschenkekiste

Im November 2011 stellten wir die Geschenkekiste im Innenhof eines Cafés auf und starteten ein Givebox-Facebookprofil zur Vernetzung aller Giveboxen weltweit (Geschenkekiste=Givebox). Nach kurzen Zweifel ob die Kiste auch angenommen wird und ein Schenken stattfinden wird, stellte sich bald heraus, dass die Kiste eher zu klein ist für all die Sachen die die Menschen bringen.

Es wurde auch nach Räumlichkeiten für einen Umsonstladen gesucht. Dazu wurden verschiedene Träger und Ladenbesizter angefragt.

Wir bewarben uns für verschiedenste Förderungen um ein finanzielles Polster zu haben wenn es mit dem Laden losgeht.

Dezember – Medieninteresse

In der Vorweihnachtszeit meldeten sich dann die ersten Vertreter der Presse. Der Bayerischer Rundfunk übertrug ein Interview in Bayern1 und am darauf folgenden Tag auf Bayern3. Die Mainpost berichtete über die Geschenkekiste. Ein Reporter der Nachrichtenargentur dapd schrieb einen Artikel der in mehreren Zeitungen in ganz Bayern veröffentlicht wurde. Immer wurde auch berichtet, dass wir einen Laden eröffnen wollen und dazu Räumlichkeiten suchen. Es mussten regelmäig die vielen Dinge in der Givebox geordnet und teilweise auch aussortiert werden, weil soviel gebracht wurde. Das zeigte dass ein Laden mit hoher Wahrscheinlichkeit gut angenommen werden würde.

Im Dezember wurde uns dann ein Angebot gemacht, dass wir einen Teil eines Lagerraums nutzen können.  Dieser Raum war nicht nach unseren Vorstellungen und so warteten wir erst ab und suchten weiter.

Januar 2012 – Luftschloss

Im neuen Jahr haben wir uns dann entschieden das Angebot anzunehmen um Worte in Taten umzusetzen. Längeres Warten und Suchen nach einem besseren Raum hätte evtl. das Aus für das Projekt bedeutet.

Wir veranstalteten öffentliche Treffen um mehr Helfer zu mobilisieren. Der Untermietervertrag für den Raum wurde von zwei Personen unterschrieben (Teilung der Verantwortung).

Per Onlineabstimmung wurde der Name Luftschloss ausgewählt.

Februar – Eröffnung

Wir begannen mit Putzen, streichen und einrichten des Raumes. Wir bekamen ein Sofa, einen Schrank und Regale.

Am 14.2.2012 wurde dann der Laden mit einer Eröffnungsfeier eingeweit. Die ersten Öffnungstage verliefen ruhig, bis ein Zeitungsartikel über die Eröffung in der Mainpost erschien. Darauf hin kamen sehr viele Menschen und wollten sich den neuen Laden anschauen. Es wurden Autoladungen mit brauchbaren Dingen gebracht. Kurz darauf gab es mehrere Interviews für Zeitungen/Magazine und Fernsehberichte.

April – Resüme

Das erste Monat verging wie im Fluge. Es meldeten sich immer mehr Helfer um sich oranisatorisch oder für die Schichten zu engagieren. Es wurden zwei Verteiler eingerichten um die Emailflut (Diskussionen liefen vorallem per Mail ab) zu verringern. Ein Verteiler für die weniger engagierte und ein Verteiler für Organisatoren. Der Schichtplan und 2Do-Listen wurden über piratepads angelegt, damit konnte jeder auf aktuelle Listen zugreifen. Die Einnahmen durch Spenden reichen leicht aus um die 100 Euro Miete zu bezahlen. Da von meheren Seiten erwähnt wurde dass eine Haftpflicht-Versicherung nötig ist fingen wir an uns darüber zu erkundigen (Betriebshaftpflicht, Vereinsgründung, Trägerschaft???).

Es gibt jetzt monatliche Helfertreffen für all diejenigen die nicht so viel organisieren möchten aber trotzdem dabei sind und informiert sein wollen. Unregelmäßig (1-2 Wochen) gibts Orgatreffen bei dennen neue Ideen eingebracht, diskutiert und Aktionen geplant werden.

Mittlerweile sind ca. 20 Leute Aktiv und über 40 bereit mal hin u. wieder eine Schicht zu übernehmen

Mai – 1.Workshop

Das Medieninteresse hält an. Mittlerweile wurde das Luftschloss im Bay.Fernsehen, SAT1 und im Regionalsender TVtouring gezeigt. Die dpa hat sich angekündigt. Es wurde eine Betriebshaftpflicht (ca.190 Euro/Jahr) abgeschlossen um die Mieter bei einem Schadensfall zu entlasten. Am 26.5. wurde ein erster Workshop (aus Alt wird Neu-Nähkurs) angeboten.

Juli – Das Luftschloss ist mehr

Das Luftschloss entwickelt sich zum allgemeinen Begriff für die Idee, etwas besser machen zu wollen. Wir haben unterschiedliche Projekte, welche unter diesem Begriff zusammen laufen. Es gibt nun zum Beispiel eine Fahrradreparierwerkstatt, und die Idee, jeden zweiten Samstag eine andere Aktion im Luftschloss stattfinden zu lassen. Die erste ist das Green Lab, zusammen mit dem Werkstoffkabinett.

September 2012 – Erweiterung des Ladens

Der Umsonstladen war geradezu am überquellen, gerade passend zu dem Zeitpunkt an dem unser Mitmieter ausziehen möchte. Ideal, wir erweitern den Laden! Pläne werden geschmiedet, wie die Finanzierung aussehen könnte, und wie es weiter geht mit dem Umsonstladen. Zum Schluss entscheiden wir uns für zwei neue Mitmieter und eine Erweiterung des Ladens. Ab September hat die Computer Spende Würzburg einige Quadratmeter gemietet, und ab Oktober kommt auch noch die Initiative AntiRa dazu. Ein Teil des Umsonstladens wird zur gemeinsamen Nutzung in eine Sitzecke umgewandelt, dort kann sich ein jeder zu einem Tee niederlassen.
Sobald sich das Zusammenleben mit der AntiRa eingespielt hat, gibt es die Möglichkeit auf weitere Initaitiven, welche in unseren Räumen ihre Treffen abhalten können.