Jemand anderes kann’s brauchen – der Verschenk-Karton

12. September 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich ziehe um. Und plötzlich betrachte ich meine angesammelten Besitztümer mit neuem, kritischem Blick.

Brauche ich all das Zeug wirklich? 

Die Antwort ist schon seit längerem: Nö, definitiv nicht. Aber einen allzu dringenden Handlungsbedarf gab es bisher nicht. Das Zeug steht ja einfach nur rum und stört niemanden.

Jetzt wo ich umziehe, sehe ich das etwas anders. Das muss ja potentiell verpackt, an den neuen Wohnort getragen und wieder ausgepackt werden.

Allerdings ist für mich auch klar: Funktionstüchtige Dinge werden nicht einfach weggeworfen. Wir werfen sowieso alle zu viel weg. Zu diesem Gedanken gehörte auch die Idee, dass vielleicht jemand anderes etwas braucht oder sich über etwas freut, dass ich nicht mehr haben will. So gaaanz überzeugt war ich davon allerdings nicht.

Ausprobieren wollte ich es auf jeden Fall einmal und so stellte ich am Sonntag meinen Verschenk-Karton vor die Tür. Da ich, wie gesagt, nicht so ganz überzeugt davon war, dass jemand meine eselsohrigen Bücher und schlecht gespülten Tassen spontan adoptieren würden, machte ich noch ein aussagekräftiges Bild und postete es mit grober Orts- und Inhaltsangabe in Die Gute Tat – Verschenken Oder Tauschen In Würzburg und Tauschen und Schenken in und um Würzburg.

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Und dann wartete ich. Und sah hin und wieder aus dem Fenster …. Nach einer halben Stunde war ich ganz enttäuscht, als erst die grauhaarige Frau und dann der blonde Mann an meinem Karton vorbeigingen, ihn kritisch inspizierten und mit leeren Händen weitergingen.

Aber dabei sollte es nicht bleiben. Nach und nach verschwanden das Espresso-Set, das Gitarren-Buch, die Sektgläser und schließlich die Tassen mit den Polka-Dots.

Gegen 21 Uhr entschied ich mich den Karton hereinzuholen und war sehr neugierig, was wohl noch da wäre.

Was ich dann fand, übertraf meine Erwartungen. Bis auf einen einzigen Armreif waren alle Dinge verschenkt.

Im leeren Karton lag ein Zettel: „Danke <3“

Und hier das Fazit:

  • Du weißt nicht, für wen das, was du nicht brauchst einen Nutzen hat.
  • Man wirft nichts einfach so weg, das noch funktionsfähig ist.

Und am wichtigsten: Schenken macht genauso glücklich wie beschenkt werden.

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