Über Papier… was bleibt vom Papier-Samstag?

10. September 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

In Würzburg gibt es grob 70 000 Haushalte. Wöchentlich fallen pro Haushalt 500gr Werbung an. In Wochen mit Sonntagsanzeigenblatt mehr, in Wochen ohne weniger. Das macht 35000000gr oder umgerechnet 350 Tonnen Papier.

Wie häufig liest man diese Zeitung? Die Anzeigenblätter vom Sonntag, die Neuigkeiten vom Lieferdienst um die Ecke oder die unglaublichen Möglichkeiten welche man bei der Lottotippgemeinschaft XY hat?

Neulich in der Nähe der Peterskirche

Neulich in der Nähe der Peterskirche

Wenig davon wird wirklich gebraucht, und doch ist es billiger das ganze Papier zu benutzen, als auf andere Art Werbung zu machen. Auf den Punkt, das Werbung generell manipulierend ist, und zu unser Einkaufverhalten massiv beeinflusst soll nicht näher eingegangen werden. Es geht nur um die Papierverschwedung.

Was kann man tun gegen die Werbeflut?

  1. Auf dem Briefkasten einen Aufkleber anbringen „Keine Werbung, Anzeigenblätter oder
    kostenlose Wochenzeitschriften einwerfen!“
  2. In Robinsonliste eintragen.
  3. Beim Meldeamt der Weitergabe der eigenen Daten wiedersprechen.

Mit 1. äußert man die eindeutige Willenserklärung, dass man keine Werbung haben möchte. Landet dennoch Werbung im Briefkasten, handelt es sich nach dem UWG § 7 um eine „Unzumutbare Belästigungen“. Wehren kann man sich, indem man den sender der Werbung anschreibt, und auffordert diese Belästigung zu unterlassen. Kommt die Werbung weiterhin, kann man eine Unterlassungsklage anstrengen, und in dieser Beispielsweise vereinbaren, das pro dennoch eingeworfener Werbung eine Strafzahlung notwendig wird.

Mit 2. trägt man sich in eine Liste ein, mit der seriöse Werbeunternehmen ihre Adresslisten abgleichen. Alle die in der Robinsonliste stehen, drücken damit aus, dass sie keine Werbung erhalten wollen. Woher soll jemand die Adresse haben und schreiben wollen? Da gibt es vielfältige Möglichkeiten. Man hat bei einer Firma etwas bestellt, bei einem Gewinnspiel teilgenommen, oder die eigene Adresse wurde verkauft.

Mit 3. untersagt man den Verkauf von Adressen durch die Gemeinden. Ja, die Gemeinden verkaufen Datensätze ihrer Einwohner, wenn man dem nicht widerspricht. Als Beispiel die Stadt Ulm. 122 801 Einwohner. Dort wurden 2011 19.895 mal Auskunft erteilt, davon 4.000 mal an Privatpersonen und Unternehmen, zu je 9€ pro Datensatz. Dazu gehören Name, Adresse, Geburtsdatum. In den meisten Fällen erfährt derjenige, dessen Datensatz verkauft wurde nicht einmal was davon.
Deshalb gibt es auch den OptOutDay, am 20.September, bei dem Werbung für das Widersprechen gemacht wird.

Zum Schluss – es bedarf 12-24 Bäume um eine Tonne Papier herzustellen. Bei 350 Tonnen Papier sind das im besten Falle 4.200 Bäume in der Woche, 16.800 im Monat und 218.400 Bäume im Jahr.

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